Es war ein Herzensanliegen Schäubles, das die Sache aufgehalten hatte: "Ich wollte gerne eine Erklärung der Kommission abgegeben haben, dass ein Überschuss in der Leistungsbilanz nicht zu Sanktionen führen kann." Der auf umsichtiges Haushalten bedachte Minister wehrt sich seit Monaten beständig gegen einen Teil der neuen, strengeren Stabilitätsregeln – den nämlich, der ihn selbst betrifft.
Die Regeln sehen vor, dass künftig nicht nur Defizitländer bestraft werden können, sondern auch diejenigen mit einem Überschuss in der Leistungsbilanz. Wie die Exportnation Deutschland, wie Finnland, Luxemburg und die Niederlande. Sie alle liefen Gefahr, ein Verfahren angehängt zu bekommen. Bei sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts soll die Überschussgrenze liegen. Deutschland hat sie von 2007 bis 2009 jedes Jahr überschritten.
http://www.welt.de/wirtschaft/article13726512/Schaeuble-verhindert-Strafe-fuer-deutschen-Ueberschuss.htmlGeil!
Erst bringt die Bundesbank die Zahlungsbilanz ins Gleichgewicht und finanziert per Target 2 den Kauf deutscher Waren auf Kredit, nimmt damit Risiken in die Bücher des deutschen Steuerzahlers und dann bestraft die EU Deutschland für den Leistungsbilanzüberschuß.
Einfacher wäre doch, keine Kredite mehr zu vergeben: Keine Kredite, keine Käufe auf Kredit, kein Leistungsbilanzüberschuß.
Ach nee, geht ja nicht. Dann wäre Deutschland am Ende nicht der Dumme.