Aus gegebenem Anlaß erlaube ich mir, hier meine ungeordneten Überlegungen zur Geisteshaltung der Deutschen bezüglich dieser entsetzlichen Knarren festzuhalten.
Der einzige Ansatz, der mir einfällt, die Leute wenigstens zur Beschäftigung mit dem Thema zu bringen, wäre, sie entweder bei ihrer kümmerlichen Restehre zu packen, oder aber sie pauschal unter Faschismus- und Völkermordverdacht zu stellen. Je aggressiver, desto besser.
Im ersten Fall fährt man einen Angriff gegen die eigene Verantwortungslosigkeit: wer sich nicht einmal seiner eigenen Haut wirksam erwehren kann, ist ein Versager/eine Memme/ein schlechter Familienvater/eine Witzfigur usw. Wer nicht einmal seine eigene Sicherheit verantwortet, ist auch vollends unglaubwürdig, wenn er behauptet, für seine Nächsten einstehen zu wollen. Wer nicht schießen kann und keine entsprechende Hardware besitzt, kann schlichtweg nicht ernstgenommen werden.
Ja, ich weiß, Verantwortung ist heute auch total out, "bei uns passiert ja schon nix", "ich kann doch die Polizei rufen", "heutzutage doch nicht mehr", usw. Still, a gun in your hand is better than a cop on the phone.
Bei der zweiten Herangehensweise kann man die Schlafenden dezent darauf hinweisen, daß nicht etwa das berüchtigte Spiegel-Cover "Vom gefährlichen Unsinn privater Schußwaffen" für die gelebte Realität relevant ist sondern eher eines mit "Vom gefährlichen Unsinn des staatlichen Waffenmonopols". Zum Beispiel Bilder mit den gestapelten Leichen vergaster Juden, dazu "Wer entwaffnen will, trägt Mitschuld". Erschossene SBZ-Flüchtlinge am Grenzstreifen, dazu "Wehrlosigkeit kostet Leben". Vergewaltigungsopfer, dazu "Wer entwaffnen will, muß auch aufreiten".
Wichtig dürfte auch ein passendes Feindbild sein, das parallel aufgezeigt wird. Was schwierig sein dürfte, denn es gibt genau besehen keine konkreten Gesichter, die man der "Gegenseite" zurechnen könnte. Schlichtweg alle Vernünftigen sind selbstverständlich gegen Waffenbesitz.
Das ganze sollte völlig unabhängig von dem kontraproduktiven gefährdete-Sondergruppen-mit-"Bedürfnis"-Lobbydreck der einschlägigen Verbände aufgezogen werden. Hauptsache, die Jäger behalten ihre Büchsen, der Rest soll sehen wo er bleibt (die Sportschützen finden sich augenscheinlich nur zum gemeinsamen Zertrampeltwerden in Interessenverbänden zusammen)? Auch keine Petitionen an die bekleideten Spulwürmer in Reichstag oder sonstigen Vorhöllen. Keine "Grundgesetz"addenda. Kein "Ja, aber..." bezüglich "erlaubten" Artikeln. Gerade solches Betteln um Erlaubnis ist es ja, was Glaubwürdigkeit zerstört. Kein Verfransen in Detailargumenten über Korrelationen zwischen Kriminalitätsrate und Waffenbesitz. Nur Grundsätzliches vorbringen und dabei versuchen, die Leute so tief wie möglich zu treffen.